Geschichte

 

 

Gründerzeit

Schon vor der Gründung des Tambour-Corps Blau-Weiss gab es musikalische Aktivitäten in Bürvenich. So gab es zum Beispiel vor der Jahrhundertwende schon ein Spielmannszug der Schützenbruderschaft. Weiterhin gibt es Bilder auf denen ein Corps in Feuerwehruniform zu sehen ist. Da aus dieser Zeit fast keine Aufzeichnungen erhalten sind, ist eine genaue Rekonstruktion der damaligen Vereinigungen nur schwer möglich. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass diese beiden Spielmannszüge einen Ursprung haben und der Großteil der Mitglieder Ende der zwanziger Jahre mit ihrem Major, Johann Gaul, nach Schwerfen wechselten und dort das heute noch bestehende Corps gründeten. Sei es der erste Weltkrieg, aus Spielermangel, oder weil zu anderen Vereinen in Nachbarorten gewechselt wurde. 1932 aber sollte die Geburtsstunde eines neuen, erfolgreichen und lange währenden Tambour-Corps schlagen. Die Gründer mit der Idee, dieses Tambour-Corps auf die Beine zu stellen, waren die Herren Heinrich, Johann und Josef Strick.

Die drei Brüder waren sehr musikalisch und mit viel Eifer bei der Sache und konnten so im Dorf noch weitere Interessenten für den Verein finden. Auch der Name war schnell gefunden und so nannte man das neue Corps „Blau - Weiss Bürvenich“. Das Vorhaben einen solchen Verein aufzubauen verbreitete sich natürlich schnell und so zeigten, wie erwähnt, noch andere Männer der ersten Stunden ihr Interesse. Schließlich hatte man sieben Mann zusammen, die gemeinsam musizieren wollten.

Diese Gründungsmitglieder waren:

  - Heinrich Strick - Johann Strick -Josef Strick - Hubert Rütt - Hubert Hey - Wilhelm Strick - Michael Weyer -

Einen Verein zu gründen ist heute keine große Sache. Jedoch sollte man sich die wirtschaftliche, politische und allgemeine Lage im Jahre 1932 vor Augen führen. Wir befinden uns in der politisch äußerst turbulenten Zeit der Weimarer Republik mit dem Reichspräsident Paul von Hindenburg kurz vor der Machtergreifung Adolf Hitlers. Kirchenoberhaupt ist Papst Pius XI. Die Weltwirtschaftskrise, ausgelöst am 25.10.1929 durch den „Schwarzen Freitag“, hält auch Deutschland fest im Griff. Sehr hohe Arbeitslosigkeit und die Inflation herrschen im Land. Die Landbevölkerung arbeitet hart und muß den Alltag mühsam bestreiten. Fernsehen gibt es nicht und Radios stehen in diesen Jahren bei nur sehr wenigen Bürvenicher Familien.

Zu dieser Zeit schließen sich nun die oben genannten Herren zusammen und gründen das Tambour - Corps. Sie schaffen es Uniformen und Instrumente zu besorgen um Auftritte und Züge musikalisch zu bereichern. Vor einem ersten Auftritt jedoch, stand noch eine Menge Arbeit. So wurden zunächst aus Holz Übungsgeräte gezimmert, um die ersten Trommler auszubilden. Solche Holzübungsgeräte werden übrigens bis heute zum anlernen neuer Trommler verwendet. Erst wenn ein Schüler alle Märsche auf dem Übungsbrett auswendig beherrscht, darf er sein Können auf einer Trommel beweisen.

Nun wurde fleißig gelehrt und gelernt. Josef Strick brachte als erstes Heinrich Strick das Trommeln bei. Dann gab dieser seine Kenntnisse an Hubert Rütt weiter. Erster Flötist war Johann Strick. Er lernte Hubert Hey, Wilhelm Strick und Michael Weyer an. Da diese Männer die Sache sehr ernst nahmen, und ihr Zusammenspiel schon schnell eine beachtliche Qualität annahm, konnte das Tambour-Corps Blau-Weiss noch im gleichen Jahr seinen ersten Auftritt angehen. Bei der Kirmes im Nachbarort Langendorf war das Corps zum ersten Mal zu hören und hatte somit seine Premiere erfolgreich bestanden. Noch bildeten die Spieler eher bescheidene Reihen, da sich das Corps aus nur wenigen  Trommlern, Flötisten und dem Major Johann Strick zusammensetzte. Zum ersten Schützenfest in Bürvenich wurde noch Verstärkung aus Schwerfen mit dem Major Johann Gaul geholt. Die sieben Männer blieben jedoch nur kurze Zeit allein. In Bürvenich brach ein Trommel und Pfeifen - Corps Fieber aus. Überall wurde mit Begeisterung auf den gezimmerten Brettchen und auf Flöten gelernt. Heinrich Strick ließ sich in Nideggen-Berg von einem Militär-Tambourmajor ausbilden, so dass fremde Hilfe nicht weiter von Nöten war und er vor dem Corps gehen konnte.

So wuchs die Zahl der Spieler in nur wenigen Jahren auf 22 Mann. Tambour-Major war Heinrich Strick, Flötisten waren Johann Strick, Hubert Hey, Willi Strick, Michael Weyer, Johann Gasper, Matthias Gasper, Toni Cremer, Erich Brüll, Josef Küpper, Gereon Strick 1, Mathias Wenzel und Willi Keldenich. Als Trommler waren Josef Strick, Hubert Rütt, Franz Scheuffgen, Wilhelm Harff, Gereon Strick 2, Heinz Strick, Hugo Klein, Johann Ossenbroich und Hans Strick 1.

Instrumente wie Pauke, Becken oder Lyra waren zu dieser Zeit noch nicht vorhanden. Das Tambour-Corps Blau-Weiss war ein reines Trommel und Pfeifen Corps. Schon in den ersten Jahren wurde der Verein ringsum bekannt und von den umliegenden Orten begehrt. Auch die St.-Sebastianus Schützenbruderschaft Bürvenich bediente sich gleich im Jahre 1932 dieses Corps. Von dieser Zeit ist der Auftritt bis heute eine Selbstverständlichkeit. Das Schützenfest in Bürvenich ist damals wie heute ein Höhepunkt im Kalender des Vereins. 

Die ersten aktiven Mitglieder des Vereins mußten viel Idealismus aufbringen, denn Instrumente und Uniformen mußten gekauft werden, obwohl die Vereinskasse noch leer war. Die Uniform wurde schlicht in weiß gehalten. Bis heute sind wir dieser Uniform treu geblieben. Unsere weiße Traditions-Uniform tragen wir aber nur zu besonderen Anlässen. Einmal zum Schützenfest in Bürvenich bei drei bestimmten Zügen, zum Anderen im Festzug beim Schützenfest in Froitzheim.  

Zur Beschaffung der Instrumente fuhr man damals bis nach Köln. Das Tambour- Corps Blau-Weiss Bürvenich spielte harmonisch und erfolgreich zusammen bis zum Jahre 1939. Ab diesem Jahr forderte der zweite Weltkrieg eine siebenjährige Zwangspause. Trommeln und Flöten wurden eingepackt und vom Major Heinrich Strick die Kriegsjahre hindurch aufbewahrt.

 

 

Die Nachkriegszeit

Im Jahr 1947, als nach dem zweiten Weltkrieg wieder ein einigermaßen normales Leben im Ort möglich war, entsann man sich wieder des Tambour-Corps. Es waren die Herren Heinrich Strick und Hubert Hey, die das aktive Vereinsleben nach dieser Zwangspause wieder in Gang setzten.

Doch der Krieg war nicht spurlos am Verein vorbei gezogen. So waren einige der früheren Spieler gefallen oder noch in Gefangenschaft. So hieß es neue Spieler anzulernen und das Können der Alten aufzufrischen. Die Trommler wurden wiederum von Heinrich Strick angelernt und die Flötisten nun von Hubert Hey. Schnell war jedoch wieder eine ansehnliche Mannschaft auf die Beine gestellt, so daß mit folgenden Mitgliedern musiziert werden konnte.

Als Trommler waren: Franz Scheuffgen, Hans Strick, Hubert Rütt. Flötisten waren zu der Zeit: Hubert Hey, Josef Schmitz, Michael Weyer, Willi Strick. Der Major war wieder Heinrich Strick. Dieser war mittlerweile durch sein Können und seine Ausstrahlung so bekannt, dass manch Einer nur um ihn in Aktion zu sehen, sich die Umzügen mit dem Tambour-Corps anschauen kam.

Die acht Herren, die das Tambour-Corps nach dem Krieg wieder zum leben erweckt hatten, blieben natürlich wiederum nicht lange allein. Es kamen viele neue Interessenten hinzu und so konnte man im Jahre 1954 bereits schon wieder 30 aktive Mitglieder zählen, welche dem Tambour-Corps Bürvenich aktiv angehörten.

Die Spieler 22 Jahre nach der Gründung waren die Herren: Major Heinrich Strick; Trommler: Franz Scheuffgen, Johannes Küpper, Gottfried Rütt, Reinhold Blum, Hans Strick 1, Willi Strick 2, Toni Kratz, Manfred Hamacher, Siegmund Gaul, Matthias Gaul, Johannes Gaul und Johannes Lückenbach. Flötisten waren: Hubert Hey, Willi Strick 1, Michael Weyer, Josef Schmitz, Peter Schwingen, Hubert Keldenich, Karl Rütt, Josef Bläser, Josef Müller, Stefan Gaul, August Gaul, Hubert Schmitz,  Matthias Schmitz, Peter Gaul, Toni Cremer, Albert Rubel, Willi Straßfeld, Benno Klar und Hubert Straßfeld.

In den Nachkriegsjahren übernahm das Corps einige Jahre die Ausrichtung der Kirmes in Bürvenich und sorgte so auch auf diese Art und Weise für eine Normalisierung im Dorfsgeschehen.

Zu dieser Zeit hatte man auch schon Becken und Pauke angeschafft. Um dem Corps einen abschließenden Rahmen zu geben, wurden noch zwei Lyren angeschafft. In späteren Jahren wurden zusätzlich noch mehrere Alt-Flöten hinzu- genommen. Da diese jedoch nicht richtig zum typischen Klang des Tambour-Corps passten, mottete man sie schließlich wieder ein.

In den fünfziger Jahren konnte der Verein bei zahlreichen Tambour-Wettstreiten seine hervorragende Spielqualität beweisen. Im Jahr 1952 konnten zum Beispiel in Ülpenich, Abenden, Wollersheim und Embken mehrmals erste Plätze im Gesamtspiel und Parade errungen werden. Aber auch die Leistungen der Solisten im Einzelspiel waren ausgezeichnet.

Zeugnis dieser Leistungen sind Urkunden, die jedoch über Jahre hinweg vergessen umher lagen und sich nach einiger Zeit in einem schlechten Zustand befanden. Im Jahr 2001 wurden einige dieser Urkunden wieder restauriert und im Schankraum des Saals ausgestellt und so der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

1957 konnte das Tambour-Corps Blau-Weiß nun schon das 25-jährige Jubelfest begehen.

In den Sechziger Jahren unternahm das Corps einige berühmt – berüchtigte Ausflugsfahrten. Die Busreisen führten an Mosel, Ahr und die nähere Umgebung wobei auch Nichtmitglieder herzlich willkommen waren. Eins hatten diese Touren alle gemein: tolle Stimmung und viele erinnerungswürdige Begebenheiten.

Anfang der 60`er Jahre wurde zum ersten Mal eine blaue Uniform angeschafft, um bei „normalen Auftritten“ nicht wie bis dahin, bunt gemischt, in verschiedenen eigenen Anzügen spielen zu müssen. Die weiße Traditionsuniform wurde damals weitsichtig nicht dem wechselnden Modeverständnis geopfert, sondern weiterhin zu besonderen Anlässen getragen.

1967 übergab Heinrich Strick nach rekordverdächtigen 35 Jahren als Major die „Küs“ an seinen Sohn Hans Strick weiter. In unserer über 80-jährigen Vereinsgeschichte hatten wir nur 4 Majore, was die Beständigkeit im Verein zeigt.

Auch in den siebziger Jahren wurde neben dem normalen Spielbetrieb viel Wert auf Geselligkeit gelegt. Nach der Gründung des BKV´s und regelmäßigen Karnevalsauftritten „verkleidete“ man sich Anfang der 70´er dezent mit blau-weißen Schiffchen, bevor man die allseits beliebten roten Karo-Ponchos anschaffte.

 

Aber auch die dunkelblaue Uniform hatte ausgedient und ein hochmoderner hellblauer Zweireiher mit roter Krawatte prägten nun für viele, viele… (zu viele) Jahre das Bild des Tambour-Corps. 1977 endete, wie zuvor schon in Bürvenich, auch in Froitzheim endgültig die Ära des morgendlichen Weckens. Im Jahr 1978 feierte die Musikgruppe Loup (de Luppe) ein Jubiläumsfest und luden auch das Tambour-Corps Bürvenich ein. Zu diesem Fest stieg man also Montagnachmittag in den Linienbus (ein gelber Post-Bus der Linie 31) Richtung Düren und erreichte dank der damals noch hervorragenden Busverbindungen pünktlich Merken. Am Abend fuhr die Bagage leicht alkoholisiert wiederum mit dem Post-Bus nach Hause und verschönerte den restlichen Fahrgästen die Fahrt mit Marschmusik.

 

Bis zur Gegenwart

Wie ein jeder Dorfsverein, so erlebte das Tambour – Corps schöne, erfolgreiche und viele erinnerungswürdige Momente, wurde aber auch durch Krisen, Misserfolge oder Streitigkeiten geschüttelt. Doch wie sich heute zeigt, haben die Mitglieder zusammengehalten und den Verein über 85 Jahre erleben lassen. Leben heißt wachsen, sich verändern, aber auch manche Dinge starr und stur festhalten. Dies ergibt das heutige Bild des Corps. 85 Jahre sind eine lange Zeit und gerade in den letzten Jahren hat sich der Verein sehr gewandelt.

Um 1980 spielte das Corps mehrere Jahre den St.Martinszug in Düren, wobei das Martinsfeuer dort, wie heutzutage üblich, schon damals aus nur wenigen Strohballen bestand.

1983 übernahm Willi Strassfeld das Ruder im Verein und wurde zum Tambour-Major gewählt.

Angeregt durch mehrere Interessenten wurde 1985 die inaktive Mitgliedschaft eingeführt. Menschen, die sich dem Verein verbunden fühlen, können ihn mit einem kleinen jährlichen Beitrag unterstützen. Aber auch verdiente aktive Mitglieder die aus Alters- oder Krankheitsgründen nicht mehr spielen können, werden als Ehrenmitglieder ohne Beitrag geführt und nehmen so noch weiterhin am Vereinsleben teil. Dies war nur eine der vielen Änderungen und Weiterentwicklungen. Ein weiterer erwähnenswerter Abschnitt des Tambour-Corps begann 1996 mit der Wiederaufnahme der Proben. Wurde sich Anfangs noch alle 14 Tage Dienstags im Saal zur Probe getroffen, so steigerte sich der Intervall auf wöchentliche Übungsabende. Diese Entscheidung die Jahre lang ausgesetzten Proben wieder aufzunehmen, war auch dringend nötig. Die Spielqualität ließ immer mehr zu wünschen übrig, was völlig normal ist, wenn man die grosse Anzahl von Märschen nur wenige Male im Jahr auswendig spielen soll. Doch die zu Anfang nur spärlich besuchten Proben zeigten Wirkung. Das in den früheren Jahren sehr erfolgreiche und angesehene Corps mauserte sich wieder und studierte nach langen Jahren wieder neue Märsche ein.

Zum Bezirksschützenfest und 150 jährigem Jubiläum der Schützenbruderschaft Bürvenich übten wir eine ganze Reihe von neuen Märschen sowie den „großen Zapfenstreich“ ein. Auf einer unserer Seiten sind die zur Zeit im Repertuar befindlichen Märsche, Lieder und Potpourris aufgeführt, wobei viele Karnevalslieder, die sehr schnelllebig sind, hier nicht erscheinen. Wenn man diese Liste von auswendig beherrschten Lieder und Märschen betrachtet, liegt der Gedanke nicht weit, dass das Tambour-Corps Bürvenich in der Umgebung eines der repertuarreichsten Corps ist. An dieser Stelle auch ein Dank für die Übungsarbeit unserer Mitglieder, dieses Können aktuell zu halten.

1997 wurden das Corps nach sehr langer Planung und Vorbereitung endlich zum „eingetragenen Verein“ und konnte seinem Namen den Zusatz „e.V.“ geben. Über dieses Thema waren im Vorhinein lange Diskussionen geführt worden. Die Vorteile eines eingetragenen Vereins und die Anerkennung der Gemeinnützigkeit waren und sind auch heute noch so überzeugend, dass man eine gemeinsame Linie fand. 1997 brachte eine weitere Änderung mit sich. Das Vorjahr war mager für das Tambour-Corps. Die Spieleranzahl bei Festen ging teilweise unter die Schmerzgrenze von 10 Spielern. Dies resultierte aus den wenigen Mitgliedern ( 23 Mann ), aber auch einer mangelhaften Motivation einzelner Aktiven. Da kein männlicher Nachwuchs zu finden war, hingegen zwei Mädchen ihr Interesse bekundeten, wurde diese Möglichkeit ins Auge gefasst. In der Jahreshaupt-Versammlung vom 28.02.1997 wurde dann mit sehr deutlicher Mehrheit beschlossen, dass auch Frauen aktiv im Tambour-Corps mitwirken können.

Bis dann aber schließlich die ersten Mädchen im Corps musizierten, vergingen nochmals 3 Jahre. Nachdem 2001 sieben Spielerinnen ausgebildet, eingekleidet und letztendlich mitspielten, zählt heute das Corps eine aktive und 14 inaktive Frauen.

2000 wurde zum 1. Mal ein Zeltlager am Wasserbassin auf dem Bürvenicher Berg durchgeführt. Da unser Altersschnitt im Verein durch viel Nachwuchs drastisch gesunken war, musste der Jugend natürlich etwas geboten werden. Nachdem sich von Jahr zu Jahr mehr Aktive die nicht mehr im Jugendalter waren blicken ließen, entschied man sich, diesen Abend als Grillfest des Tambour-Corps für alle Aktiven und Inaktiven Mitglieder fortzuführen. Diese Abende erfreuen sich großer Beliebtheit und bieten tolle Stimmung, gute Verpflegung, Gesang, Nachtwanderung für die Jugend und eine Übernachtung im Freien. Tradition hat mitlerweile das schlechte Wetter, was der Stimmung jedoch nie geschadet hat. Seit 2006 investierten einige Mitglieder des Tambour-Corps viel Zeit in die Erhaltung der Bausubstanz und die Verschönerung der Umgebung des ehemaligen Wasserspeichers.

Für das Jahr 2000 in dem der Verein Unterstützung von weiblichen Mitgliedern erhielt, war auch die Anschaffung einer neuen Uniform vorgesehen. Obwohl die rekordverdächtige Anzahl von 9 neuen Spielern, die ja auch eingekleidet werden mussten, den bestehenden Finanzierungsplan für 22 neue Uniformen völlig über den Haufen warf, wurde diese Strapaze für die Kasse irgend wie hingebogen.

Beim Schützenfest in Bürvenich im Jahr 2000 war es dann soweit. Die Mitte der 70er Jahre angeschafften und mittlerweile etwas aus der Mode gekommenen hellblauen Anzüge wurden eingemottet und gegen die heutige blau-weisse Uniform getauscht. Das neue Erscheinungsbild des Corps kam bei der Bevölkerung sehr gut an. Natürlich trug hierzu auch die stattliche und vorher lange nicht gesehene Spielerzahl von 31 Musikern bei. Im Jahr 2001 setzte sich dann der Ansturm neuer Mitglieder fort und bescherte uns 3 neue Flötisten und einen neuen Trommler.

In diesem Jahr wurde auch die Vorstandsstruktur verändert. Das Amt des Tambour-Majors und des 1.Vorsitzenden wurde getrennt. Ralf Kratz übernahm die Küs und Helmut Strick die Tätigkeit des Vorsitzenden.

                

Im turbulenten Jahr 2000 hatte das Tambour-Corps Bürvenich aber auch die Premiere als „Spielmannszug der Prinzengarde Zülpich“. Nachdem wir schon seit 1990 im Rosenmontagszug die Prinzengarde begleiten, 1990-97 im eigenen Clownskostüm und 1998-99 in den „Fronleichnamsfähnchen“ (das Kostüm hatte starke Ähnlichkeit mit den zu Fronleichnam aufgestellten Fähnchen und hatte so prompt seinen Spitznamen), kam diese 1999 auf uns zu, die Rolle ihres Spielmannszuges zu übernehmen. Nach einigen Verhandlungen der Vorstände einigte man sich und der Vertrag stand. Es wurden rot-weisse Quasten für die Lyren , farblich passende Kordeln für den Tambour-Stab gekauft und die Pauke samt zugehörigem Wägelchen in die Vereinsfarben der Garde getüncht. Bis 2017 sind wir gerne und erfolgreich auf vielen Bühnen in Nah und Fern mit der Prinzengarde aufgetreten.

Außer den Besuchen der Stammfeste des Tambour-Corps, wie Kirmes in Langendorf und Merzenich oder Schützenfest in Froitzheim und Bessenich versuchen wir jährlich „Highlights“ aufzuspüren und nicht alltägliche oder entfernte Feste zu besuchen. Dazu gehörte sicherlich das Bezirksschützenfest in Düren in Verbindung mit der Anna-Kirmes, Besuche bei unserem befreundeten Trommlerkorps in Nieukerk, das Jubiläumsschützenfest des Bund Historischer Schützen Köln, Bundesschützenfeste Leverkusen, Kerkrade, Heinsberg oder Schützenfest in Holzweiler. Doch auch in weiterer Vergangenheit standen außergewöhnliche Auftritte auf dem Jahresplan des Corps.

Im Jahr 2006 wurde das von uns für unser Grillfest genutzte Gelände des alten Wasserbassins auf dem Bürvenicher Berg umgebaut und saniert. Flächen wurden befestigt, Treppenstufen gesetzt und Geländer installiert. Somit konnte dieser Platz sicherer und wetterunabhängiger genutzt werden.

Ein in unserer Vereinsgeschichte erwähnenswertes Fest ist sicherlich unser 75 jähriges Jubiläumsfest im Juni 2007. Sei es die super Aprés-Ski-Party mit 21m³ echtem Schnee aus der Neusser Ski-Halle, der ebenfalls hervorragend besuchte Festball, oder der von allen klasse unterstützte Sonntag mit Festkommers und großem Umzug. Unser Fest war dank der Bevölkerung und unserer Mitglieder ein voller Erfolg und hat Maßstäbe gesetzt.

 

Karneval 2009 beendeten wir eine langjährige Tradition. Unsere Clowns-Kostüme hatten ausgedient und wurden durch unser in Vereinsfarben geschneiderte Landsknecht Kostüm ersetzt. Gabi Rütt hatte nach unseren groben Vorgaben ein schönes, pflegeleichtes und praktisches Kostüm für die 5. Jahreszeit "gezaubert". Seit dem prangt auf unserer Landsknecht-Brust das Bürvenicher Wappen und wir setzen uns allein durch das sehr hochwertige Kostüm im Karneval von anderen Vereinen ab. Die Kopfbedeckung ist hingegen bei vielen Spielern schon wegen der Windanfälligkeit nicht so beliebt. Doch optisch passt die Mütze hervorragend zum Kostüm und macht den Landsknecht komplett.

Mittlerweile unternehmen wir alle 2 Jahre einen größeren Ausflug, der sich immer großer Beliebtheit erfreut. Die Klassiker Rhein, Mosel, Ahr, Brohltal, Biggesee und Ruhrsee waren hier Garanten für gelungene Fahrten. Seit Oktober 2012 verfügen wir wieder über eine eigene Internetseite, auf der sich Mitglieder und Interessierte Termine, Fotos und andere Informationen anschauen können. Auch die Einladung an die aktiven Spieler zu den Spielterminen erfolgt mittlerweile papierlos und digital per E-Mail. Kurzfristige Änderungen werden mittels SMS oder Whatsapp verbreitet.

Nachdem vor einiger Zeit bereits eine neue große Trommel angeschafft wurde, entschied man sich im Frühjahr 2013, für eine größere Investition in die Instrumente. Alle Trommler erhielten eine neue Marschtrommel mit neuem Adler. Die Trommeln waren vorher vom Fachmann modifiziert worden, um einen besseren Klang zu erzielen. So haben wir nun nur noch ein Trommelmodell mit annähernd gleichem Klang. Weiterhin wurden zwei neue Becken erworben, um die alten schwereren und schlechter klingenden zu ersetzen. Somit haben wir momentan eine "Hardware" auf neustem Stand.

2016 ging ein Kapitel der Vereinsgeschichte zu Ende. Wir kündigten die Zusammenarbeit mit der Prinzengarde Zülpich auf. Nach 27 Jahren Begleitung des Rosenmontagszuges in Zülpich und 17 Jahren gemeinsamer Auftritte auf Bühnen in Nah und Fern in der rot-weissen Gardeuniform endete ein Großteil unserer Zusammenarbeit. Ausschließlich zum Rosenmontagszug werden wir weiterhin in den gewohnten Gardeuniformen die Prinzengarde unterstützen.

Fortsetzung folgt...